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Radon in Wohnräumen: Warum die Karte nur den Anfang der Prüfung bildet

Drei unterschiedliche Hausmodelle aus hellem Holz auf einem Tisch
Drei unterschiedliche Hausmodelle aus hellem Holz auf einem Tisch – Symbolbild
Redaktionelles Symbolbild; keine Darstellung eines konkreten Verkaufsobjekts oder Referenzfalls.

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das aus dem Boden in Gebäude gelangen kann. Für die Kaufentscheidung ist wichtig: Aus Baujahr, Region oder Karte lässt sich die Konzentration in einem konkreten Raum nicht zuverlässig ableiten. Das Bundesamt für Strahlenschutz betont, dass sie nur durch Messung ermittelt werden kann.

Was der Referenzwert bedeutet

Für Aufenthaltsräume gilt nach § 124 Strahlenschutzgesetz ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter als Jahresmittel. Das ist kein Wert, den eine kurze Einzelmessung zuverlässig abbildet. Konzentrationen schwanken unter anderem mit Wetter, Lüftung, Nutzung, Bauweise und Jahreszeit.

Wann eine Prüfung besonders sinnvoll ist

  • bei regelmäßig genutzten Räumen im Erd- oder Kellergeschoss
  • vor dem Ausbau bisher wenig genutzter Kellerflächen zu Wohn- oder Arbeitsräumen
  • wenn Fugen, Durchführungen oder erdberührte Bauteile auffällig undicht wirken
  • nach energetischen Maßnahmen, die den Luftwechsel deutlich verändern
  • wenn bereits Messwerte vorliegen, deren Messdauer oder Messort unklar ist

Schritt für Schritt zur belastbaren Einordnung

  1. Karten nutzen: Regionale Radoninformationen als Hinweis lesen, nicht als gebäudespezifischen Befund.
  2. Räume auswählen: Tatsächlich genutzte, bodennahe Räume und ihre Lüftungssituation dokumentieren.
  3. Messkonzept wählen: Für einen Jahresmittelwert ist eine ausreichend lange, fachgerecht platzierte Messung entscheidend; bei gesetzlich verpflichtenden Arbeitsplatzmessungen gelten besondere Vorgaben.
  4. Ergebnis bewerten: Messdauer, Geräteart, Raumdaten und Nutzung zusammen betrachten.
  5. Maßnahmen planen: Je nach Ursache kommen verbesserte Lüftung, Abdichtung von Eintrittspfaden oder technische Lösungen infrage; bei höheren Werten gehört Fachplanung dazu.

Begründetes Beispiel

Beispiel: Zwei baugleiche Häuser in derselben Straße können wegen unterschiedlicher Abdichtung, Untergrundkontakt und Lüftung verschiedene Innenraumwerte haben. Eine regionale Karte priorisiert die Frage, aber sie kann die Messung in beiden Häusern nicht ersetzen.

Beim Verkauf sollten vorhandene Messprotokolle vollständig weitergegeben werden: Messort, Zeitraum, Gerät und Raumnutzung sind für die Aussagekraft wichtiger als eine isolierte Zahl.

Passend weiterlesen

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Quellen und Prüfstand

Prüfstand: 2. Oktober 2026. Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer-, Versicherungs- oder Fachberatung im Einzelfall.

Keberlein Immobilien
Immobilienvermittlung im Bodenseekreis und in München. Ihre Ansprechpartnerin: Laetitia Keberlein.

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