Journal Immobilienwissen

Vor dem Verkauf sanieren – oder im jetzigen Zustand anbieten?

Pinsel, Materialmuster und Zollstock auf einer Werkbank – KI-generiertes Symbolbild

Eine neue Küche, ein renoviertes Bad oder frische Böden können eine Immobilie attraktiver machen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sich die Ausgabe beim Verkauf vollständig zurückholen lässt. Entscheidend ist, welche Käufer angesprochen werden und welches Problem die Maßnahme tatsächlich löst.

Drei Arten von Maßnahmen unterscheiden

  • Präsentation: reinigen, aufräumen, persönliche Gegenstände reduzieren und Räume gut zugänglich machen.
  • Kleine Instandsetzungen: überschaubare, fachgerecht behebbare Mängel prüfen und mit nachvollziehbarem Aufwand angehen.
  • Umfangreiche Modernisierung: Bad, Küche, Heizung oder größere Umbauten mit Kosten, Zeitbedarf und möglichen Folgewirkungen betrachten.

Diese Kategorien brauchen unterschiedliche Entscheidungen. Ein gepflegter Eindruck erleichtert die Besichtigung. Eine komplette Modernisierung bindet dagegen zusätzlich Geld und Zeit und kann am Geschmack der späteren Käufer vorbeigehen.

Mit dem verbleibenden Betrag rechnen

Vergleichen Sie zwei realistische Szenarien: Verkauf im bestehenden Zustand und Verkauf nach einer konkreten Maßnahme. Beim zweiten Szenario zählen neben Handwerkerkosten auch mögliche Planungsleistungen, laufende Kosten während der Arbeiten und eine Reserve für Unvorhergesehenes.

Reines Rechenbeispiel: Eine Maßnahme kostet 20.000 €, dazu kommen 3.000 € weitere Kosten. Ein um 20.000 € höherer Verkaufspreis würde diese Ausgaben noch nicht ausgleichen. Ob überhaupt ein Mehrerlös erreichbar ist, muss zusätzlich beurteilt werden.

Technische Fragen vor der Optik klären

Feuchtigkeit, Sicherheitsfragen oder unklare Ursachen eines Schadens sollten fachlich untersucht werden. Kosmetik ist dafür kein Ersatz. Bei Arbeiten am Gemeinschaftseigentum und bei größeren Umbauten sind außerdem die jeweils erforderlichen Abstimmungen und Voraussetzungen zu prüfen.

Dokumentieren Sie ausgeführte Maßnahmen mit Datum, Leistungsumfang und vorhandenen Rechnungen. Eine nachvollziehbare Information ist oft hilfreicher als eine pauschale Aussage wie „komplett saniert“.

Eine kurze Prioritätenliste hilft

Teilen Sie mögliche Arbeiten in drei Gruppen: vor dem Verkauf klären, mit überschaubarem Aufwand vorbereiten und bewusst den späteren Käufern überlassen. Dazu gehört auch die Frage, ob Interessenten eher sofort einziehen oder nach eigenen Vorstellungen umbauen möchten.

Bevor Sie investieren, lohnt sich eine gemeinsame Einordnung von Zustand, Zielgruppe und Vermarktung. Mehr zu unserem Vorgehen erfahren Sie unter Immobilie verkaufen.

Was bedeutet das für Ihre Immobilie?

Wir besprechen Ihre Ausgangslage persönlich und ordnen die nächsten Schritte gemeinsam ein.

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